Ich liebe München. Das sie gleich vorneweg gesagt. Ich liebe auch das Einkaufen und Shoppen. Ich gehöre zu den Männern die gerne und lange shoppen. Ja, bei mir standen schon Frauen Schlange, die mich gerne als Begleitung bei einer ausgedehnten Shopping Tour dabei gehabt hätten. Es gab auch schon Männer, die sich anhören mussten: Siehst du, nimm dir mal ein Beispiel!

Doch ich musste neulich am eigenen Leib erleben, dass einem die Lust am Einkaufen, selbst in München, genommen werden kann. Ein persönlicher Einkaufsbericht!

Es gibt bestimmte Lebensphasen, die ambivalente Gefühle hervorrufen.

Männer und Frauen haben unterschiedliche Herangehensweise

Nehmen wir etwa die Vorbereitung einer Hochzeit. Vorfreude, Verliebtheit, Begeisterung, emotionale Hochgefühle – geben sich mit ganz anderen Emotionen die Klinke in die Hand. Stress, finanzielle Ausgaben en masse, Planungen und eine Unmenge an Überlegungen. Die Braut, die vor allem die Frage beschäftigt, ob sie wohl das passende Kleid finden wird.

Zugegeben, als Mann tut man sich etwas leichter. Man amüsiert sich vielleicht eher über die Geschäftigkeit der Frau. Frauen wälzen monatelang Brautmodenzeitschriften, besuchen Brautmode Schauen und machen Termine in Brautmoden Geschäften. Um dann hoffentlich endlich, kurz vor dem Nervenzusammenbruch, „DAS Kleid“ zu finden.

Männer stehen immer im Wettbewerb

Die Männerwelt versucht sich eher im steten Wettbewerb – möglichst schnell, möglichst effizient diesen  Punkt abzuhaken, damit man sich wieder den wahren Dingen des Lebens, wie Sportschau oder Auto Bild widmen kann. Man versucht sich vielleicht noch durch lustige Anekdoten hervor zu tun. Ich möchte hier natürlich einige erwähnen: Der Eine erzählt, dass er am Samstag vor der Hochzeit seinen Anzug „gaaaanz entspannt“ einkaufen war – ist klar! Der Andere war, wegen finanziellem Mangel, bei C&A einkaufen. Musste dann aber im Nachhinein feststellen, dass ihm auf dem Weg ins Kaufhaus ein guter Freund entgegenkam, der in der Einkaufstasche genau den gleichen Anzug hatte, den er sich später gekauft hat. Ach, wie gut, dass eine Braut so etwas nicht befürchten muss – kaum anzunehmen, dass eine Freundin auch im Brautkleid auf der Hochzeit erscheint.

Nun, zu meinem eigentlichen Thema:

Hochzeitsanzug in München kaufen

Wohl wissend, dass es sich um ein rein subjektives Erlebnis handelt, möchte ich meine Erfahrung schildern.

Da sich man/n nicht unbedingt laufend mit dem Thema Hochzeit beschäftigt und ich im Speziellen schon länger keinen neuen Anzug gekauft habe, hatte ich beschlossen möglichst früh das weite Feld der Herren Ausstattung zu erkunden. Getreu dem Motto: gut Ding will Weile haben, bin ich also schon 9 Monate vor der geplanten Hochzeit zum ersten Mal in eines der besten Häuser am Platz, das Kaufhaus Oberpollinger marschiert.

Oberpollinger am Stachus

Das Kaufhaus Oberpollinger in München, beleuchtet bei Nacht

Just an diesem Moment gab es eine In-House Promo Aktion der Marke Tiger of Sweden. Ein paar Hostessen schenkten Sekt aus, spezielle Verkaufsmanager der Marke waren extra vor Ort um sachkundig den interessierten Kunden zu beraten. Soweit so gut. Natürlich war schnell ein schöner Anzug gefunden – was hätte man auch anderes erwarten können?

Doch die Frage, nach möglichen Alternativen, bedeutete den Anfang vom Ende. Als ich aus der Kabine kam und eigentlich weitere Anzüge, weiterer Marken probieren wollte, war auf weiter Flur kein Verkäufer mehr zu finden. Der Sales Manager von Tiger hatte offenbar das Interesse verloren – wollte oder konnte mich nicht zu anderen Marken im Haus beraten. Also erst mal einen anderen Verkäufer suchen. Ich noch mit einem Tiger of Sweden Anzug angezogen, nur mit Socken, durch die halbe Abteilung gelaufen, bis jemand vom hauseigenen Personal gefunden war. Um es kurz zu machen: Ich habe dann noch zwei andere Hersteller anprobiert, die nicht so gut passten. Die Beratung war soweit OK.

Erwähnenswert wäre noch die Frage nach einer Weste – üblicherweise trägt man zu festlichen Anlässen eine Weste unter dem Sakko. Als Antwort bekam ich folgende:

Schauen sie doch mal im Internet unter wilvorst.de nach, die haben eine sehr große Auswahl. Wir haben derzeit keine im Haus.

Mein Fazit:

  • In House Promo Aktionen von Herstellern sind grundsätzlich eine tolle Sache. Bezüglich der Kunden muss allerdings eine klare Absprache herrschen. Ist der Kunde an weiteren Produkten interessiert, sollte er an einen hausinternen Mitarbeiter übergeben werden. Kundenfreundlich ist es nicht, wenn ich mir selber einen weiteren Berater suchen muss, weil der erste verschwunden ist.
  • Mit einem Verkäufer durch die ganze Abteilung, möglicherweise ohne Schuhe, weil man keine passenden zum Anprobieren hat, zu laufen ist eine Zumutung. Es sollte zum guten Stil gehören, dass einem die entsprechenden Teile an die Kabine gebracht werden.
  • Von einem gehobenen Herrenmoden Geschäft erwarte ich, dass man zumindest eine kleine Auswahl an Westen im Haus hat. Verweist man mich an einen Onlineshop kommt es der Empfehlung zur Konkurrenz nebenan gleich.

HIRMER in der Kaufingerstraße

Geht Mann in München einkaufen, kommt man am Kaufhaus HIRMER nicht vorbei. Nicht nur wegen seiner wundervollen Architektur und herausstechenden Fassade, sondern auch mit seinem großen Sortiment und der breiten Auswahl an Herrenmode.

Bevor ich meine persönliche Erfahrung schildere das Statement von HIRMER auf der hauseigenen Webseite:

Willkommen im Herzen Münchens. Direkt vis-a-vis der Frauenkirche tauchen Sie ein in eine rund 8.500 Quadratmeter große Welt der internationalen Herrenmode.

Als weltweit größtes Spezialhaus für Herrenmode bietet Ihnen HIRMER auf sechs Etagen eine breite Auswahl international renommierter Hersteller und Label – von A wie Armani bis Z wie Zegna.

Genießen Sie in entspannter Atmosphäre Ihren Einkauf. Über 160 ausgebildete Berater stehen Ihnen dabei mit modischem Rat und exzellenter Fachkenntnis zur Seite.

Individuelle Wünsche bis hin zur Maßkonfektion erfüllt die hauseigene Schneiderei, in der auch eilige Änderungen schnell und kompetent ausgeführt werden. Ein Service, der vor allem von Geschäftskunden hoch geschätzt wird.

Wer sich mehr Einblick verschaffen möchte dem empfehle ich zum Einen die Homepage. Zum Anderen verfügt HIRMER bereits über einen eigenen Auftritt auf Pinterest.

Nun zu meiner Shopping Bewertung.

Gestern kurz nach dem Feierabend war ich in der Innenstadt unterwegs und wollte mich noch etwas nach Herrenmode, respektive einem Hochzeitsanzug umsehen. Also: Auf zum HIRMER.

Erst am Sonntag zuvor konnte ich schon bei einer Münchner Hochzeitsmesse einen Einblick in das breite Sortiment bekommen. Mit Abstand der aufwändigste und professionellste Messestand wurde von HIRMER im MOC präsentiert.

Nach kurzer Orientierung im Haus ging es über die wunderbare Wendeltreppe in den vierten Stock. Erreicht man den Treppensockel ist der Eindruck durchaus berauschend.

Eine schier unermessliche Zahl an Anzügen, Sakkos und Hosen bietet sich dem Betrachter.

Es war auch eine größere Zahl an Verkäufern zu sehen. Schnell wurde ich mit der Frage: „Kann man ihnen helfen?“ angesprochen.

Ich schilderte kurz, dass ich auf der Suche nach einem Hochzeitsanzug bin, den ich aber auch zu anderen gehobeneren Anlässen tragen möchte. In einem anderen Modehaus hätte ich schon einen sehr guten von HUGO, Amaro Heise, anprobiert, der mir gut gestanden hätte. Vorzugsweise in braun, weil mir die Farbe am Besten steht. Der gute Mann zeigt mir, dass sie genau diesen Anzug auch hätten, allerdings nicht mehr in meiner Größe und zu exakt dem gleichen Preis, wie beim Wettbewerb – was wohl an der Preispolitik von Hugo Boss liegt. Auf meine Frage, ob es denn einen vergleichbaren Anzug, mit ähnlichem Schnitt, gäbe, bekam ich eine erstaunliche Antwort:

„Nein, wir haben keinen vergleichbaren.“

In einem Modehaus, mit 8500m² Verkaufsfläche, das sich selbst als das „weltweit größte Spezialhaus für Herrenmode“ bezeichnet eine verwirrende Aussage. Noch gab ich nicht auf. „Welche Alternativen hätten Sie denn?“ Gerade ist ja auch „SALE“, vielleicht haben Sie noch etwas in einer anderen Preisklasse?“ Fragte ich. Um es kurz zu machen es entspann sich ein etwa 10 minütiges „Verkaufsgespräch“ in dem mir alle möglichen Gründe erzählt wurden, warum nichts mit meinem Vorschlag vergleichbar sei, die SALE Ware nur noch aus Reststücken in einzelnen Größen besteht. Der Verkäufer gab sich nicht die Mühe auch nur nach einem Stück zu suchen, mit dem ich hätte in die Umkleide gehen können. Wegen meiner Frage nach dem Preis hatte ich fast ein schlechtes Gewissen – trotz aktuellem Abverkauf der alten Ware. Nach möglichst schnellem Ende des Gesprächs bin ich in die Hochzeits- und Maßanfertigungsabteilung gewechselt. Die Internationalität des Hauses war spürbar – hörte ich doch einige Anwesende in russisch reden. Nach einigem Schlendern sprach mich eine Verkäuferin an:

„Möchten Sie sich allgemein erkundigen oder auch etwas anprobieren?“ Naja, ich gehe in Modehäuser nur um mir stundenlang die schönen Sachen anzusehen. Als ich antwortete, dass ich bei ansprechender Mode durchaus diese auch probieren würde, wurde mir erwidert, „dass dafür die Zeit schon etwas knapp sei.“ Es war 19.15 Uhr. Zum Anderen verwies man mich, bei meiner Frage nach einem alltagstauglichen Outfit wieder in die Herrenabteilung – von der ich gerade kam.

Mein Fazit:

  • Bei der „weltweit größten Auswahl“ sollte man diese dem Kunden auch vermitteln. Nur, weil ich selber schon einen gewissen Stil vorgegeben habe, sollte doch der Verkäufer so viel Mühe aufwenden und mir Alternativen aufzeigen.
  • Ich will mich für die Frage nach dem Preis nicht schämen! Schon gleich gar nicht, wo jedes Geschäft, kurz nach Weihnachten, mit Riesenrabatten wirbt.
  • Gerade in einem gehobenen Haus erwarte ich, dass man mich mit Respekt und Aufmerksamkeit bedient. Und 45 Minuten vor Feierabend ist ausreichend Zeit, um noch etwas anzuprobieren. Wie man gleich am nächsten Beispiel sieht, hätte ich nämlich in kürzerer Zeit auch etwas finden können.
  • Als Kunde will ich das Gefühl haben, dass man mir gerne Dinge zeigt, mich ausprobieren lässt, mir Vorschläge unterbreitet. Leider hatte ich an diesem Abend das Gefühl, dass man eher darum bemüht war, mir nichts in die Hand zu drücken und mich von der Umkleide fern zu halten.

Konen Bekleidungshaus München

Vom Marienplatz aus erreicht man über eine Querstraße, die Sendlingerstraße. Das Gebäude mit der imposanten Front sticht sofort ins Auge. 2001 wurde aus dem verwinkelten Altbau ein großzügiges und helles Gebäude mit einer Verkaufsfläche von rund 13.000 Quadratmetern.

Als ich das Haus betrat war es 19.30 Uhr. Mir war also bewusst, dass die Mitarbeiter einen langen Tag hinter sich hatten und die meisten Kunden schön langsam auf dem Nachhauseweg waren. Also habe ich mich in der entsprechenden Abteilung ein wenig orientiert und nach kurzer Zeit den richtigen Bereich, Anzüge in meiner Größe und sogar noch zum Angebotspreis gefunden.

Genau zum richtigen Zeitpunkt kam ein Verkäufer, der offenbar alleine für die Abteilung zuständig war – was jedoch seiner späteren Beratung keinen Abbruch getan hat. Der Mann war zu jeder Zeit griffbereit, wenn ich aus der Kabine kam. Er zeigte große Fachkunde und empfahl mir gleich, a la Cross-Selling passende Hemden zu den unterschiedlichen Anzügen. Dass er über jede Marke, das verwendete Material und die unterschiedlichen Schnitte von Hosen und Sakkos Bescheid wusste, braucht nicht erwähnt zu werden.

Mein Fazit:

  • Top Auswahl – auch hier erstreckt sich die Herrenabteilung über die ganze obere Etage. Es werden alle gängigen Marken geführt. Im Gegensatz zu den beiden anderen Modehäusern gibt es mehr Hersteller gerade auch im modernen Bereich – z.B. führt keines der anderen Häuser Drykorn.
  • Service und Kundenfreundlichkeit werden groß geschrieben.
    Noch bis um kurz vor acht war eine Näherin damit beschäftigt für Kunden Maß zu nehmen und Schneiderei Aufträge anzunehmen.
    Meine Frage, ob man mir etwas zurücklegen könnte, wurde mit „selbstverständlich, wie Sie wollen!“ beantwortet.
  • Preis- / Leistung waren unschlagbar. In allen genannten Geschäften gab es Rabattaktionen. Doch Konen hatte insgesamt am Meisten reduzierte Angebote. Nicht nur einzelne Teile, sondern größere Auswahl. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass die Nachfrage nach dem Preis oder einer Reduzierung mit Augenrunzeln betrachtet wurde.

Letztlich führte dies dazu, dass ich entgegen meiner Planung gleich zwei Teile gekauft habe! Und das in unter 30 Minuten.

Nach meiner eigenen Erfahrung kann ich das Kaufhaus KONEN voll und ganz weiter empfehlen!

Weitere Informationen zu Konen findet ihr hier: konen.de.

Inspiriendes zum Thema: „Men´s Outfit“ findet sich übrigens auf meiner gleichnamigen Pinterest Pinnwand.

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