Auf die wachsende Komplexität des mit Computern und Handys überfüllten Lebens reagieren immer mehr Menschen mit einer Rückkehr zur Langsamkeit: „Entschleunigung“ ist angesagt.

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„Ich habe keine Zeit !“ ist der meistverwendete Satz, mit dem wir uns als Opfer des Zeitdrucks entschuldigen. Trotz der Erfindung immer zeitsparenderer Techniken in allen Lebensbereichen leiden die meisten Menschen unter immer größerem Zeitmangel. Die Beschleunigung, d.h. der Wunsch, möglichst viel in immer kürzerer Zeit immer schneller zu erreichen, hat Einzug gehalten.

Begriffsklärung

Bevor ich mich näher mit dem Thema beschäftige, eine kurze Begriffsklärung:

Die Herkunft ist eine gegensätzliche Wortneuschöpfung zweier Bedeutungen. Schnell und langsam in einem Wort kombiniert. Sinngemäß drückt das Wort ein Verhalten aus, aktiv der beruflichen und privaten „Beschleunigung“ des Lebens entgegenzusteuern.

Als Beispiel für die Verwendung des Wortes Entschleunigung könnte man sagen:

Durch Entschleunigung bekam er sein hektisches Leben wieder in den Griff.Mit Entschleunigung wird ein Verhalten beschrieben, aktiv der beruflichen und privaten „Beschleunigung“ des Lebens entgegenzusteuern, d. h. wieder langsamer zu werden oder sogar zur Langsamkeit zurückzukehren.

Dem Streben nach Verlangsamung liegt die Auffassung zugrunde, dass die gesellschaftliche und vor allem wirtschaftliche Entwicklung in den entwickelten Industriegesellschaften eine Eigendynamik gewonnen habe, die Hektik und sinnlose Hast in alle Lebensbereiche hineintrage und dabei jedes natürliche und insbesondere menschliche Maß ignoriere. Dem Streben der Berufswelt nach Komplexität, Effektivität, Hast, Hektik, schneller, höher, weiter und mehr wird die Entschleunigung entgegengesetzt. Dabei geht es nicht um Langsamkeit als Selbstzweck, sondern um angemessene Geschwindigkeiten und Veränderungen in einem umfassenden Sinn: im Umgang mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit der umgebenden Natur.

Entschleunigungsmaßnahmen können z. B. sein:

  • die Enthaltsamkeit oder Askese,
  • die Führung eines einfachen Lebens,
  • allgemeiner im biologischen Sinne auch alles, was den Energie- und Stoffumsatz verringern hilft.
  • In sozialer und kultureller Perspektive entwickeln sich zunehmend Maßnahmen mit dem Ziel der Entschleunigung, welche sich unter dem Begriff der Slow-Bewegung zusammenfassen lassen.

Als Mitglieder der Slow-Bewegung zählen z. B.:

  • Slowfood, Entschleunigung durch langsames und genussvolles Essen;
  • Slowretail, für Läden und Handel mit mehr Wert.
Diesem Thema ist auch das Schlagwort Simplify your life zuzuordnen.

Simplify your life als Weg der Entschleunigung

Simplify your life oder zu deutsch: Vereinfache dein Leben ist der Titel eines Buches von Werner Tiki Küstenmacher und Lothar J. Seiwert, das sich auf einen populären Trend zur Vereinfachung des alltäglichen Lebens bezog (Einfaches Leben). Das Buch liegt zurzeit in der 15. Auflage vor. Es wurden über 2 Millionen Exemplare in 20 Sprachen verkauft.

Die Autoren setzen beim „Überdruss am Überfluss“ an und wollen dem Leser helfen, das Leben zu entrümpeln und zu entschleunigen, um zum Wesentlichen und zu sich selbst zu finden. Das Leben stellen sie symbolisch als Stufenpyramidenmodell mit acht Stufen dar. Zu allen Stufen geben sie Tipps, sogenannte simplify-Ideen oder „ENT-leins“, zur Ent-rümpelung, Ent-schleunigung, Ent-spannung und vielem mehr, die zu einer konsequenten Vereinfachung des Lebens führen sollen. Auf diesem simplify-Weg gehen sie vom Äußerlichen zum Inneren vor:

  • Sachen
  • Geld
  • Zeit
  • Gesundheit
  • Mitmenschen
  • Partner
  • Ich
  • Spiritualität

Ein wesentlicher Bestandteil des Simplify-Wegs in den äußerlichen Bereichen ist die Selbstorganisation und das Zeitmanagement. Ein ähnliches System ist Getting Things Done, das in dem gleichnamigen Buch von David Allen beschrieben wird.

Der Simplify-Weg ist jedoch umfassender und bezieht alle Lebensbereiche, auch Beziehungen, Selbsterkenntnis und Spiritualität mit ein. In diesen innerlichen Bereichen greifen die Autoren unter anderem auf die christliche Spiritualität und das Enneagramm zurück.

Stade Zeit als Gelegenheit nutzen

Gerade die Weihnachtszeit, beziehungsweise der Jahreswechsel, bieten die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen. Ich möchte bewusst den Aspekt, des Ruhe Findens, für meinen heutigen Post herausgreifen.

Nehmen Sie sich Zeit. Investieren Sie diese kostbare Ressource. Schalten Sie für ein paar Tage alle elektronischen Geräte ab. Schotten Sie sich von außen ab. Kommen Sie zur Ruhe.

Werfen Sie einen Blick in das Jahr 2012 zurück. Ich rede jetzt nicht von einem Jahresrückblick, wie man sie derzeit zu Hauf im Fernsehen anschauen kann.

Lassen Sie einfach das Jahr an Ihrem inneren Auge vorbei passieren.
  • Wofür können Sie dankbar sein?
  • Was hat Ihnen Freude bereitet?
  • Was wünschen Sie sich für das nächste Jahr?
  • Welche Menschen kommen Ihnen in den Sinn?
  • Überlegen Sie welche Ziele Sie in 2012 erreicht haben. Legen Sie neue für das nächste Jahr fest.
Stellen Sie für sich fest, dass diese Zeit Ihnen wertvoll geworden ist, können Sie sich ja überlegen, dies zu wiederholen. In Ihren Alltag zu integrieren. Immer wieder solche Oasen der Ruhe schaffen.

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